{"id":1110,"date":"2025-03-11T09:21:58","date_gmt":"2025-03-11T09:21:58","guid":{"rendered":"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/?p=1110"},"modified":"2025-03-11T09:21:58","modified_gmt":"2025-03-11T09:21:58","slug":"der-hellingwagen-in-der-werft-in-romanshorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/?p=1110","title":{"rendered":"Der Hellingwagen in der Werft in Romanshorn"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:32px\">Der Hellingwagen in der Werft in Romanshorn<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1112\" style=\"width:620px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n-1536x1151.jpg 1536w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480565046_580115831729868_19449889386017409_n.jpg 1701w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweiz verf\u00fcgt auf ihren Binnen- und Grenzseen \u00fcber eine bedeutende Anzahl von Schiffen, deren Bau und Wartung effiziente Methoden zum Anlanden und Zuwasserlassen erfordern. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Instandhaltung schwerer Bauteile wie Dampfkessel und Maschinen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurden 1905 in der modernisierten Werft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in Romanshorn am Bodensee zwei entscheidende Einrichtungen geschaffen: der Schiffsaufzug und der Werftkran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend viele Werften der Schweizer Dampfschiffgesellschaften bis dahin nur \u00fcber einfache technische Mittel verf\u00fcgten, war die Werft in Romanshorn ab 1905 mit modernen Hilfsmitteln ausgestattet. Dadurch konnte die Reinigung der Schiffsr\u00fcmpfe unterhalb der Wasserlinie \u2013 eine wesentliche Massnahme zur Reduzierung des Wasserwiderstands und zur Verbesserung der Effizienz \u2013 optimal durchgef\u00fchrt werden. Die Werft Romanshorn entwickelte sich rasch zu einem Vorbild f\u00fcr alle Werften an den Schweizer Seen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"715\" height=\"172\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/476350900_580115708396547_4709322169802691197_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1113\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/476350900_580115708396547_4709322169802691197_n.jpg 715w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/476350900_580115708396547_4709322169802691197_n-300x72.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Funktion und Bauweise des Schiffsaufzugs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schiffsaufzug in Romanshorn wurde von der Gesellschaft der Ludwig von Roll\u2019schen Eisenwerke entworfen und in Zusammenarbeit mit weiteren Schweizer Firmen gefertigt. Er dient dazu, Dampfschiffe sicher aus dem Wasser an Land zu holen, um Wartungsarbeiten und Umbauten durchzuf\u00fchren. Dar\u00fcber hinaus werden auch Neubauten mit dem Aufzug zu Wasser gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konstruktion basiert auf einer schiefen Ebene mit einem auf Schienen fahrenden Hellingwagen. Die Gleise verlaufen gr\u00f6sstenteils unter Wasser. Beim Anlanden eines Schiffes wird dieses \u00fcber den Wagen man\u00f6vriert, bis es mit dem Bug aufliegt. Anschliessend erfolgt eine Fixierung mit Holzkeilen, und das Schiff setzt sich mit dem ansteigenden Wagen zunehmend auf dessen Unterbau ab. Sobald die obere Position erreicht ist, wird der Wagen gesichert und die Arbeiten am Schiff k\u00f6nnen beginnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"653\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n-1024x653.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1115\" style=\"width:701px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n-1024x653.jpg 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n-300x191.jpg 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n-768x490.jpg 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n-1536x980.jpg 1536w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480969061_580115741729877_4459777265362134524_n.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Technische Details des Schiffsaufzugs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schiffsaufzug besitzt eine Gesamtl\u00e4nge von 150 Metern, wobei die eigentliche Hellingbahn ein Gef\u00e4lle von 6\u00b0 aufweist. Die Tr\u00e4ger des Wagens sind so konstruiert, dass sie am unteren Ende eine H\u00f6he von 2,3 Metern haben, w\u00e4hrend sie am oberen Ende auf 0,4 Meter abnehmen. Diese Bauweise mit Fachwerkkonstruktionen erm\u00f6glicht eine stabile Struktur und erleichtert gleichzeitig den Zugang f\u00fcr Arbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gewicht des Schiffes verteilt sich auf drei Haupttr\u00e4ger, wobei der mittlere Tr\u00e4ger am breitesten ist und den gr\u00f6ssten Teil der Last tr\u00e4gt. Die Rollenverteilung wurde auf Grundlage praktischer Erfahrungen so optimiert, dass die Druckbelastung ideal abgefangen wird. Insgesamt verf\u00fcgt der Wagen \u00fcber 202 Stahlrollen, wobei die h\u00f6chste Rollendichte im Bereich des Mitteltr\u00e4gers liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um auch besonders grosse Schiffe \u2013 wie die schweizerisch-bayerische Dampff\u00e4hre mit einem Gewicht von 550 Tonnen \u2013 aufnehmen zu k\u00f6nnen, wurde der Wagen in zwei Abschnitte unterteilt. Der vordere Teil mit 166 Rollen reicht f\u00fcr Schiffe bis 300 Tonnen aus, w\u00e4hrend f\u00fcr schwerere Schiffe ein zus\u00e4tzlicher Abschnitt mit 36 Rollen angebracht wird. Es konnten Schiffe bis 750 Tonne aufgezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Hubwerk und die Sicherheitsmechanismen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wagen ist mit vier Stahldrahtseilen von jeweils 35 mm Durchmesser mit dem Hubwerk verbunden, um eine gleichm\u00e4ssige Zugkraftverteilung sicherzustellen. Das Hubwerk besitzt zwei grosse Trommeln, die \u00fcber eine gemeinsame Welle synchron angetrieben werden. Ein ausgekl\u00fcgeltes System aus Hebelmechanismen sorgt f\u00fcr eine gleichm\u00e4ssige Spannung der Seile und verhindert abrupte Belastungsspitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Bauweise des Wagens. Sollte das Zugseil reissen, verhindert eine massive Wand im Wagen ein unkontrolliertes Abrutschen. Zudem w\u00fcrde der Wasserwiderstand das unkontrollierte Abrollen verlangsamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bedeutung des Schiffsaufzugs f\u00fcr die Schifffahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Inbetriebnahme des Schiffsaufzugs in Romanshorn stellte einen bedeutenden Fortschritt f\u00fcr den Schiffsbau und die Wartung auf dem Bodensee dar. Durch die moderne Konstruktion war es erstmals m\u00f6glich, auch schwerere Schiffe sicher an Land zu bringen und Reparaturen effizient durchzuf\u00fchren. Damit leistete die Werft einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der schweizerischen Dampfschifffahrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1117\" style=\"width:728px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/480708668_580115871729864_8552380982830937874_n.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Ende einer \u00c4ra<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 120 Jahren im Einsatz neigt sich die Lebenszeit dieses technischen Monuments ihrem Ende zu. Der Helling besteht aus Thomas- und Puddelstahl \u2013 zwei Stahlarten, die nicht mehr produziert werden. Das Schweissen auf Puddelstahl ist aufgrund ihres hohen Kohlenstoffanteils nicht m\u00f6glich, was 1905 \u2013 noch vor der Titanic \u2013 keine Rolle spielte, da damals die Verbindungen genietet wurden. Die Nieten k\u00f6nnte heute an einer S275J0 Stahlsorte zugeordnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Entwurf f\u00fcr die Anschlussl\u00f6sung des Dampfschiffs&nbsp;<em>S\u00e4ntis&nbsp;<\/em>sah urspr\u00fcnglich vor, das Schiff auf dem Hellingwagen auszustellen, um zwei technische Monumente gemeinsam zu pr\u00e4sentieren. Die beiden Objekte waren bereits in der Vergangenheit w\u00e4hrend der Winterrevisionen der&nbsp;<em>DS S\u00e4ntis&nbsp;<\/em>nach 1905 vereint.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"633\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n-1024x633.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1116\" style=\"width:736px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n-1024x633.jpg 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n-300x185.jpg 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n-768x475.jpg 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n-1536x950.jpg 1536w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481516235_580115578396560_8728277563512716350_n.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hellingwagen in der Werft in Romanshorn Die Schweiz verf\u00fcgt auf ihren Binnen- und Grenzseen \u00fcber eine bedeutende Anzahl von Schiffen, deren Bau und Wartung effiziente Methoden zum Anlanden und Zuwasserlassen erfordern. 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