{"id":437,"date":"2023-11-10T13:59:35","date_gmt":"2023-11-10T13:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/?p=437"},"modified":"2025-02-17T07:38:55","modified_gmt":"2025-02-17T07:38:55","slug":"keine-umweltgefahr-vom-wrack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/?p=437","title":{"rendered":"Keine Umweltgefahr vom Wrack"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:32px\">Keine Umweltgefahr vom Wrack<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1920 wurde das DS S\u00e4ntis als erstes Schiff am Bodensee auf \u00d6lfeuerung umgestellt, wobei das System Omega der Z\u00fcrcher Firma Lipinski &amp; Co verwendet wurde, das einen Niederdruck-Zerst\u00e4ubungsbrenner einschloss. Diese Umstellung erm\u00f6glichte es, die Besatzung um eine Person zu reduzieren. Als Konsequenz wurden die Kohlenbunker in Treibstofftanks umgewandelt, und es wurden zus\u00e4tzlich f\u00fcr die beiden Brenner je ein Tagestank installiert. Diese Tagestanks wurden h\u00f6her im Schiff platziert, um einen hydrostatischen Druck zu erzeugen, der den Tagesverbrauch abdecken konnte. Dies musste jedoch so gestaltet werden, dass der Schwerpunkt des Schiffes nicht zu hoch lag, da dies die metazentrische H\u00f6he (GM) verringert und die Stabilit\u00e4t des Schiffes beeintr\u00e4chtigen kann. W\u00e4hrend der Vorbereitungen f\u00fcr diese Anpassung im Jahr 1919 wurde eine Zeichnung erstellt, um die Stabilit\u00e4t des Schiffes zu bewerten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild7-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-438\" style=\"width:615px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild7-1024x576.png 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild7-300x169.png 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild7-768x432.png 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild7.png 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Sobald die Stabilit\u00e4tskriterien mit den neuen Tanks erf\u00fcllt waren, beauftragte man die Z\u00fcrcher Firma Lipinski &amp; Co damit, detaillierte Zeichnungen der Tanks anzufertigen. Durch geschickte Gestaltung konnte die Einbauh\u00f6he des Tagestanks so angepasst werden, dass er immer noch in den Maschinenraum passte. Diese Tanks wurden im st\u00e4rksten Teil des Schiffes platziert, da zahlreiche Verst\u00e4rkungen der L\u00e4ngs- und Querverb\u00e4nde diesen Abschnitt des Schiffes \u00e4usserst robust machten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schiff muss aufgrund der Wellenkr\u00e4fte, die auf den Rumpf einwirken, die F\u00e4higkeit haben, sich zu verbiegen. Im Schiffbau ist es jedoch \u00fcblich, den Maschinenraum zus\u00e4tzlich zu verst\u00e4rken, um das Gewicht des Motors und die Kr\u00e4fte des Vortriebs optimal im Rumpf zu verteilen. W\u00e4hrend dies bei modernen Frachtschiffen normalerweise am Heck geschieht, befand sich dieser verst\u00e4rkte Bereich bei der DS S\u00e4ntis im Mittelschiff, genau dort, wo sich auch die Treibstofftanks befinden. Zus\u00e4tzlich sind die Tanks nicht an der Aussenh\u00fclle befestigt (man spricht von Doppelwand), was ein Sicherheitsvorteil ist, der bei modernen Schiffen erst seit wenigen Jahren vorgeschrieben ist. Das bedeutet, dass eine Besch\u00e4digung der \u00e4usseren H\u00fclle nicht zwangsl\u00e4ufig eine Besch\u00e4digung des Treibstofftanks zur Folge hat. Ausserdem wurde die Schiffsh\u00fclle der DS S\u00e4ntis durch den Radkasten zus\u00e4tzlich gesch\u00fctzt.<br>Die Tanks ben\u00f6tigen f\u00fcr den Druckausgleich eine Tankbel\u00fcftung. W\u00e4hrend bei modernen Fahrzeugen keine Leitungen direkt in die Atmosph\u00e4re f\u00fchren d\u00fcrfen, war dies 1920 nicht der Fall. Gem\u00e4ss dem Hersteller sollte die L\u00fcftungsleitung einfach drei Meter in die H\u00f6he in die Atmosph\u00e4re f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"445\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5-1024x445.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-439\" style=\"width:613px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5-1024x445.png 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5-300x130.png 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5-768x334.png 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5-1536x668.png 1536w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild5.png 1850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischen den vier Tanks und der Atmosph\u00e4re waren keine Ventile eingebaut. Als das Schiff 1933 sank, konnte Seewasser ungehindert durch die Tankbel\u00fcftung in die vier Tanks eindringen, da das Schiff aufrecht auf dem Seegrund stand und die Dichte (das Gewicht) des Treibstoffs geringer ist als das von Wasser, f\u00fchrte dies dazu, dass alle Treibstoffreste, die noch in den Tanks vorhanden waren, sich im Seewasser aufl\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"548\" src=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild4-1024x548.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-440\" style=\"width:614px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild4-1024x548.png 1024w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild4-300x160.png 300w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild4-768x411.png 768w, https:\/\/schiffsbergeverein.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bild4.png 1436w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem komplexen Vorhaben ist es dem Schiffsbergverein gelungen, mit zwei Tauchrobotern gleichzeitig in das Wrack einzudringen. Dies war notwendig, um die Tankbel\u00fcftung zu lokalisieren. Wie bei vielen anderen Leitungen, die zum Oberdeck f\u00fchrten, wurde auch diese Leitung abgeschnitten. Damit konnte nachgewiesen werden, dass Seewasser ungehindert in die Treibstofftanks eindringt und ein regelm\u00e4ssiger Austausch stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher ist der Beweis erbracht, dass das maximale Treibstofftankvolumen von 6280 Litern in den vier Tanks vollst\u00e4ndig geflutet wurde und s\u00e4mtliche Treibstoffreste sich aufgrund der kontinuierlichen Wechselwirkung mit dem Seewasser aufgel\u00f6st haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren ergab das Schwermetallscreening und die Kohlenwasserstoffanalyse der Bodenprobe, die mit Kurzkernger\u00e4te der ETH Z\u00fcrich entnommen wurde, keine Gefahren f\u00fcr die Umwelt. Es besteht also derzeit keine Bedrohung f\u00fcr die Umwelt, auch da die Bleimennigfarbe immer noch fest mit dem Stahl verbunden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Umweltgefahr vom Wrack Im Jahr 1920 wurde das DS S\u00e4ntis als erstes Schiff am Bodensee auf \u00d6lfeuerung umgestellt, wobei das System Omega der Z\u00fcrcher Firma Lipinski &amp; Co verwendet wurde, das einen Niederdruck-Zerst\u00e4ubungsbrenner einschloss. Diese Umstellung erm\u00f6glichte es, die Besatzung um eine Person zu reduzieren. 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