Crowdfunding zur Bergung des Dampfschiffs Säntis leider nicht erfolgreich

Romanshorn, 31. Januar 2025 – Der Schiffsbergeverein Romanshorn gibt mit Bedauern bekannt, dass die zweite Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung eines erneuten Bergungsversuchs und der Konservierung des Dampfschiffs Säntis die angestrebte Zielsumme nicht erreichen konnte. Trotz beeindruckender Unterstützung aus den Anrainerstaaten des Bodensees muss das Projekt vorerst eingestellt werden.

Der Plan

Der Verein hatte geplant, dass historisch bedeutsame Dampfschiff Säntis bei einem erneuten Anlauf mithilfe moderner Litzenhebertechnik aus einer Tiefe von 210 Metern zu bergen. Vier verbliebene Hebeseile unter dem Wrack sowie die Erkenntnisse aus früheren Bergungsversuchen bildeten eine vielversprechende Grundlage. Doch das ehrgeizige Vorhaben scheiterte letztlich an unzureichenden finanziellen Mitteln.

„Mit minimalen Ressourcen das Maximum zu erreichen, ist ein Drahtseilakt, der uns beim ersten Versuch nicht gelungen ist“, erklärt Silvan Paganini, Projektleiter und erfahrener Offshore-Experte, der bereits Objekte aus 2200 Metern Tiefe im Santos Basin vor Brasilien bergen konnte. „Mit ausreichenden Ressourcen wäre alles möglich.“

Auch die Konservierungskosten stellten sich als Herausforderung heraus. Grund dafür ist die dicke Schicht giftiger Bleimennige-Farbe auf dem Wrack, die bei der Restaurierung aufwendig behandelt werden müsste.

Dank an Unterstützerinnen und Unterstützer

„Wir danken allen Spenderinnen, Spendern und Gönnerinnen, die mit ihren Beiträgen gezeigt haben, wie sehr dieses Vorhaben in der Bevölkerung verankert ist“, betont Paganini. „Die Begeisterung und Unterstützung ermutigen uns, weiterhin an der Vision zu arbeiten, das Dampfschiff Säntis für die Nachwelt zu erhalten.“

Da jedoch zeitlich begrenzte Ressourcen wie die Verfügbarkeit der Fähre, der Werft und des Liegeplatzes auslaufen, ist ein neuer Versuch nur mit einem überarbeiteten Konzept möglich. „Es gab viele Kritiker, die genau wussten, wie es besser geht. Jetzt dürfen sie gerne selbst die nächste Initiative starten“, fügt Paganini mit einem Augenzwinkern hinzu.

Die Spenderinnen und Spender der zweiten Crowdfunding-Kampagne erhalten ihre Beiträge automatisch innerhalb von 14 Arbeitstagen zurück.

Ein Leuchtturmprojekt mit Herausforderungen

Das Dampfschiff Säntis ist ein einzigartiges Zeugnis der Pionierzeit der Schifffahrt auf dem Bodensee. Es war das erste Schiff, das von Kohle- auf Ölbefeuerung umgestellt wurde – ein technologischer Wandel, der sich jedoch wirtschaftlich als Misserfolg erwies. Diese Situation erinnert an aktuelle Diskussionen über den Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektrofahrzeugen.

Auch die Dreizylindermaschine des Schiffs war ein technologisches Pionierstück. Ursprünglich für gleichmässige, lange Fahrten auf Flüssen oder dem Meer konzipiert, erwies sie sich als ungeeignet für die wechselnden Anforderungen des Bodensees, wo häufige Drehzahlwechsel erforderlich sind.

Dank des Bergungsprojekts ist dieses technische Meisterwerk einem breiten Publikum bekannt geworden und bleibt ein Symbol für den Innovationsgeist seiner Zeit.

Ausblick

Trotz des Rückschlags bleibt der Schiffsbergeverein Romanshorn seinem Ziel verpflichtet. „Wir werden das vorhandene Material aufräumen und sichern. Doch die zahlreichen Ideen aus der Bevölkerung und von unseren Mitgliedern lassen bereits neue Projekte am Horizont erscheinen“, so Paganini. „Der Verein wird nicht lange die Beine hochlegen.“

Die Details für unser Vereinskonto sind wie folgt:

Bank: Raiffeisenbank Neukirch-Romanshorn, Amriswilerstrasse 2a, Postfach 35, 9315 Neukirch (Egnach) 

BC-Nr.: 80808
SWIFT/BIC: RAIFCH22XXX

Nebenprojekt: Bergung Swissair DC-3 HB-IRK

Ein bedeutender Schritt gelang im vergangenen Jahr: Die in Liquidation befindliche Swissair erteilte die Erlaubnis zur Bergung des linken Motors der 1957 abgestürzten DC-3. Der dafür nötige Bergeantrag wurde beim Kanton eingereicht – doch dann kam alles anders: Im Trümmerfeld wurde ein Leichnam entdeckt, zudem wurde potenziell radioaktives Material festgestellt.

Da der Leichnam auf dem Seegrund verbleiben soll, die offizielle Bergebewilligung weiterhin aussteht und sich keine tragfähige Anschlusslösung abzeichnet, entschied der Verein an seiner Generalversammlung, auf die Bergung des Motors zu verzichten. Dennoch ist das Projekt von grosser Bedeutung: Angehörige, die damals nur einen leeren Sarg beerdigen konnten, fanden nach Jahrzehnten endlich einen gewissen Abschluss.

Nebenprojekt: Suche nach dem Kampfflugzeug P-16

In den 1950er-Jahren stürzten zwei P-16-Kampfflugzeuge in den Bodensee – eines bei Horn, das andere in der Rorschacher Bucht. Während beim ersten Unfall alle Wrackteile geborgen wurden, blieben beim zweiten rund 15 Prozent verschollen.

Nach monatelangen Gesprächen mit dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erhielt der Schiffsbergeverein nun die offizielle Genehmigung, Wrackteile zu orten, zu identifizieren, mit gebotener Sorgfalt zu bergen und zu verwenden oder fachgerecht zu entsorgen.

Die Suche gestaltet sich anspruchsvoll: Das Gebiet ist dicht mit Totholz, Unrat und mittlerweile auch mit Quaggamuscheln bedeckt. Erste Schritte beinhalten die flächige Erfassung mit einem Schleppsonar. Anschliessend werden vielversprechende Objekte mit einem Unterwasserroboter näher untersucht.

Tauchroboterfamilie:

Unsere Tauchroboterfamilie: Josef, Rudolf und Rupflin wird laufend für unsere Bedürfnisse umgebaut, verbessert und neu programmiert. Sie sind unsere Augen und Hände in den Tiefen des Bodensees; ohne sie wäre das Projekt undenkbar.

Hier die technischen Details:

ROV Josef:

  • Komplett analog gesteuert
  • Oberflächenstromversorgung 230V AC
  • Vier Propeller

ROV Rudolf:

  • Drei Kameras
  • Greifer
  • Acht Lampen mit 12.000 Lumen
  • Acht Propeller
  • Sonar
  • Oberflächenstromversorgung 400V DC

ROV Rupflin:

  • Ursprünglich eine Hängekamera mit Licht und Kamera sowie zwei Propellern
  • Später Erweiterung um Sonar und Greifer
  • Umgebaut, um die 300 kg schwere Spülmaschine zu bewegen, mit zwei zusätzlichen grossen Propellern ausgestattet
  • Die 5 Meter hohe Spülmaschine konnte über 13 Meter unter dem Wrack eine Lanze mit bis zu 170 bar Druck durchspülen und extrem viel Wasservolumen bewegen
  • Danach umgebaut, um die 25 Tonnen schwere Bergeplattform zu bedienen, mit sechs Servomotoren und einer Oberflächenstromversorgung ausgestattet
  • Da er nun mit der Bergeplattform auf 250 m liegt, wird ein Rupflin II gebaut
  • Rupflin II wird neben den üblichen Kameras, Licht und Greifer auch ein Side-Scan-Sonar und ein Multibeam-Sonar haben und als erstes ROV unserer Flotte mit einem Unterwasser-Tracking (USBL) ausgerüstet sein (GPS funktioniert unter Wasser nicht).

Unser Tauchteam:

Um Vorbereitungsarbeiten in geringer Tiefe zu erledigen, wurde ein Pool von freiwilligen Tauchern zusammengestellt, die je nach Einsatz bei der Bergung mithelfen.

Firmen die unser Projekt begleiten und unterstützen:

https://www.instagram.com/schiffsbergeverein

Ziel

Der Verein bezweckt die Bergung, Suche und Dokumentation von Objekten unter Wasser. Dazu gehört die Förderung bewährter Praktiken in der Branche, die Unterstützung bei der Lösung technischer und rechtlicher Herausforderungen im Zusammenhang mit der Bergung, Suche und Dokumentation sowie die Bereitstellung von Ressourcen und Schulungen für seine Mitglieder. Aktuell ist die Bergung des Dampfschiff Säntis das erste Ziel.

Leinen ziehen

Die Leinen wurden unter dem Wrack gezogen.

Bergung

Dritter Versuch mit Litzenheber

Konservierung in der Werft

Das Schiff wird nach der Bergung über 14 Wochen in der Werft in Romanshorn konserviert.

Über uns

Das Kernteam der Machbarkeitsstudie bestand aus einer Gruppe Enthusiasten, die unentgeltlich ihr Wissen, ihre Arbeitskraft, ihr Knowhow, ihre Werkzeuge und Fahrzeuge zur Verfügung stellten, um das Dampfschiff Säntis zu bergen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Kosten für Material belaufen sich bis zum Abschluss der Machbarkeitsstudie bei CHF 25‘000.-, wobei der Verwaltungsrat der SBS AG eine Spende von CHF 10‘000.- gesprochen hat. Der Schiffsbergeverein, Romanshorn wurde am 20. April 2023 gegründet. Am 21. April 2023 kaufte sich der Verein das Wrack des Schiffes DS Säntis mit sämtlichen Rechten und Pflichten für einen symbolischen Franken von der SBS AG. Silvan Paganini ist der Präsident des Vereins. Der Verein ist offen für gleichgesinnte Mitglieder, welche mithelfen, die vom Verein gesteckten Ziele zu erreichen.

Der Schiffsbergeverein ist eine gemeinnützige Organisation. Auch in diesem Jahr hat die Überprüfung der Steuerbehörde unseren Status als gemeinnützig bestätigt.

Spenden an den Schiffsbergeverein sind daher nach wie vor steuerlich absetzbar. Dies schafft ideale Voraussetzungen, um Grossspender und Stiftungen anzusprechen, was für unsere Crowdfunding von zentraler Bedeutung ist.

Dampfschiff Säntis

Indienststellung: 1892 Heimathafen: Romanshorn, Schweiz Eigner: Schweizerische Nordostbahn (NOB) ab 1902 Schweizerische Bundesbahnen (SBB) ab 1997 Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG ab 2023 Schiffsbergeverein Erbauer: Escher Wyss & Cie, Zürich Länge: 49 m Breite über Alles: 10,90 m Breite zwischen den Spanten: 5.60m Seitenhöhe : 2.5m Verdrängung leer: 206,7 t Verdrängung beladen: 241.7t Tiefgang (leer): 1,36 m Maschinenleistung: 450 PS Geschwindigkeit: 26,0 km/h Tragkraft: 400 Personen Ausserdienststellung: 02.05.1933 (versenkt) Maschinenart: Schrägliegende 3-Zyl.-Nassdampf-Expansionsmaschine (Escher Wyss) Ab 1905 mit Heissdampf Antrieb: Schaufelräder mit 8 Eisenschaufeln Höchstgeschwindigkeit: 26 km/h

“Dieses Projekt ist wie der Mount Everest, man kann ihn anschauen, planen, trainieren aber schlussendlich muss man in besteigen um zu wissen ob man es schafft.”

Neues

  • Die Suche nach MH360 im Jahr 2026

    Die Suche nach MH360 im Jahr 2026

    24. Januar 2026

    Suche nach MH370 abgebrochen

    Das Suchschiff Armada verlässt mit rund 10 Knoten das Suchgebiet in Richtung Australien. In der vergangenen Woche herrschte sehr schlechtes Wetter, sodass die autonomen Unterwasserfahrzeuge (AUV) nur kurzzeitig eingesetzt werden konnten.

    Die Suche nach einem Flugzeug ist extrem schwierig – insbesondere, wenn es in viele Trümmer zerbrochen ist. Die grössten Teile dürften Triebwerke oder Fahrwerk sein. Zudem enthält die Boeing 777 nur wenig Metall, das von Magnetometern erfasst werden kann. Deshalb sucht man nach einem klar erkennbaren Trümmerfeld, etwa wie beim Air-France-Flug 447 im Atlantik (siehe Bild).

    Schiffe oder U-Boote lassen sich dagegen deutlich leichter orten, etwa das Wrack des U-Boots ARA San Juan.

    Dennoch besteht Hoffnung: Die gesammelten Gigabytes an Daten werden erneut ausgewertet, vielleicht taucht doch noch ein verdächtiger Hinweis auf. Bleibt ein Fund aus, wird die Suchfirma jedoch nicht bezahlt („no find, no fee“).

    Sonardaten allein genügen nicht – der Fund muss visuell bestätigt werden, etwa durch Seriennummern oder eindeutige Merkmale.

    Diese Bestätigung erfolgt mit ferngesteuerten Tauchrobotern (ROV), nicht mit AUV. Dafür muss das Schiff exakt positioniert bleiben. In den letzten Tagen lag es zwar relativ stationär, jedoch nicht wegen eines ROV-Einsatzes, sondern wegen des schlechten Wetters.

    Wann wird dieses Mysterium endlich gelüftet?

    Problematisch ist zudem, dass Malaysia zugleich Betreiber der Airline und Finanzier der Suche ist. Sollte sich ein Suizid des Piloten bestätigen, drohten hohe Entschädigungen an die Opferfamilien.

    Daraus ergibt sich ein offensichtlicher Interessenkonflikt: Wirtschaftlich hat Malaysia wenig Anreiz, das Flugzeug zu finden.

    20. Januar 2026

    Kurzbericht zum Verlauf der Suche nach Flug MH370 (06.–15. Januar 2026)

    Im Zeitraum vom 06. bis 15. Januar 2026 wurden die Suchoperationen nach Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean im Bereich des 7. Bogens fortgesetzt. Die Arbeiten erfolgten an Bord des Suchschiffes Armada 86-05 unter Einsatz von bis zu drei Autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs).

    Die Suchmissionen verliefen über weite Strecken planmässig und mit hoher Einsatzkontinuität.

    Die AUVs wurden regelmässig ausgebracht, überwacht und zur Datenübertragung, Batteriewechseln und Vorbereitung weiterer Einsätze wieder aufgenommen. Kleinere technische Einschränkungen, darunter ein kurzzeitiger Ausfall eines AUVs am 07. Januar sowie vereinzelte Kommunikationsunterbrechungen, hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Fortschritt der Suche.

    Bis zum 14. Januar herrschten überwiegend günstige Wetterbedingungen, die eine intensive Vermessung des Suchgebiets ermöglichten. Am 15. Januar mussten die Arbeiten aufgrund verschlechterter Wetterverhältnisse vorübergehend eingestellt werden; alle AUVs wurden sicher geborgen. Insgesamt konnte bis zu diesem Zeitpunkt eine Fläche von rund 7’236 km² untersucht werden.

    Die ursprünglich bis zum 16. Januar 2026 geplante Suchphase wurde verlängert und soll nun bis zum 24. Januar 2026 andauern, um die Abdeckung des Suchgebiets weiter zu maximieren.

    Trotz der erzielten Fortschritte und der umfangreichen Vermessung konnten bislang keine eindeutigen Hinweise oder signifikanten Funde im Zusammenhang mit MH370 identifiziert werden. Die Suche wird weiterhin systematisch fortgesetzt, abhängig von Wetterlage und operativen Rahmenbedingungen.

    15 Januar 2026

    Die Suche nach MH370 dem verschwundenen Flugzeug läuft…

    Fast zwölf Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden von Malaysia-Airlines-Flug MH370 wird die Suche nach dem Wrack der Boeing 777 im Indischen Ozean erneut fortgesetzt. Am 8. März 2014 war das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking, als es kurz nach dem Start vom Radar verschwand.

    Die Suchmission setzt auf modernste Tiefseetechnologie. Das britisch-amerikanische Unternehmen Ocean Infinity setzt autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) ein, die bis in Tiefen von rund 6.000 Metern vordringen können.
    Ausgestattet mit hochauflösendem Seitensichtsonar, Ultraschalltechnik und Magnetometern sollen sie den Meeresboden systematisch absuchen. Während die erste gross angelegte Suche ein Areal von mehr als 119’100 Quadratkilometern vor der Westküste Australiens umfasste, konzentriert sich die neue Mission auf eine rund 15.000 Quadratkilometer grosse Zone.

    Die malaysische Regierung hat mit Ocean Infinity einen sogenannten „No-Find, No-Fee“-Vertrag über 70 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das bedeutet: Bezahlt wird nur im Erfolgsfall.

    Die Suche läuft und kommt gut voran. Das Schiff ARMADA kämpfte sich Anfang Januar durch bis zu vier Meter hohe Wellen, doch das geplante Suchfeld ist inzwischen fast vollständig abgefahren.

    Sollte es gelingen, das Wrack zu lokalisieren, wäre dies nicht nur ein technischer Erfolg, sondern auch ein historischer Moment für die Luftfahrt. Der Fund könnte nach Jahren der Spekulation endlich Antworten liefern – und eines der dunkelsten Kapitel der zivilen Fliegerei zumindest teilweise abschliessen.


  • Ideenwettbewerb „Munitionsbergung aus Schweizer Seen“ – Ergebnis

    Ideenwettbewerb „Munitionsbergung aus Schweizer Seen“ – Ergebnis

    Wir gratulieren der niederländischen Firma Royal IHC Defence zum Gewinn des Wettbewerbs vom Schweizer Bundesamt für Rüstung.

    Auch Silvan Paganini hat eine Studie verfasst und eingereicht, deren Konzept dem Gewinnervorschlag sehr ähnlich ist. Paganini bezeichnete sein System als Sauganker-Raupengreifer.

    Die Grundidee ist simpel: Ein Sauganker, wie er in der Offshore-Öl- und Gasindustrie eingesetzt wird, wird mit zwei hydraulischen Raupen ausgestattet. Dadurch kann er nicht nur durch Hochziehen, sondern auch durch präzises Fahren positioniert werden.

    Während des Absaugens des Wassers senkt sich der Sauganker vollständig in den Seeboden ab und verankert sich dort sicher. Anschließend ist der Sauganker-Raupengreifer stabil platziert und einsatzbereit.

    Im Inneren des Saugankers sind an der Decke zwei Greifarme installiert, die auf der Technologie von Work-Class-ROVs basieren. Diese Greifarme übernehmen Aufgaben wie Erkundung, Verifizierung, Freilegung, Bergung und Verpackung der Fundstücke.

    Während der Freilegung wird kontinuierlich Wasser von der Oberfläche in den Sauganker geleitet, wodurch eine fortlaufende Analyse der Wasserqualität ermöglicht wird.


  • Silvan Paganini findet die vermisste Gin-Kugel im Bodensee

    Silvan Paganini findet die vermisste Gin-Kugel im Bodensee

    Bodensee, 19.12.2025 – Die seit dem 7. Dezember 2022 als verschwunden geltende sogenannte „Gin-Kugel“ wurde am vergangenen Donnerstag im Bodensee erfolgreich lokalisiert. Gefunden wurde sie durch Silvan Paganini, Präsident des Schiffsbergevereins, der modernste Suchtechnik einsetzte.

    Nachdem frühere Suchaktionen – unter anderem durch Polizeitaucher sowie eine Spezialfirma mit Schleppsonar – trotz intensiver Bemühungen erfolglos geblieben waren, startete Silvan Paganini eine erneute Suche. Ausschlaggebend dafür war das wiederholte Nachfragen eines lokalen Reporters, der Paganini bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder auf das ungelöste Rätsel der Gin-Kugel ansprach und die Suche hartnäckig thematisierte.

    Die Suche begann vom Schiff aus mit Sidescan-Sonar. Nach der Eingrenzung des Suchfeldes wurden mehrere Objekte lokalisiert und anschliessend mithilfe eines ferngesteuerten Tauchroboters visuell überprüft. Kurz vor Ende des Einsatzes wurden vier weitere Zielobjekte identifiziert. Eines davon entpuppte sich als vollständig mit Quaggamuscheln bedecktes Objekt am Seegrund.

    Da die Gin-Kugel vor der Versenkung in eine schwarze Lastwagenplane verpackt und mit einem orangenen Spanset sowie violetten Traggurten gesichert worden war, war sie zunächst nicht als Kugel erkennbar. Nach dem Entfernen der Muscheln bestätigte sich eindeutig: Es handelt sich um die vermisste Gin-Kugel.

    Die Seepolizei wurde umgehend informiert diese entschied die Gin-Kugel am Freitagmorgen zu sichern, Spuren zu dokumentieren und sie anschliessend zu bergen.
    Mit dem erfolgreichen Fund durch Silvan Paganini ist eines der bekanntesten Mysterien am Bodensee nach über zwei Jahren gelöst.


  • Letzte Chance, die Wracks im Zürichsee in voller Schönheit zu sehen

    Wie viele Wracks gibt es im Zürichsee? –

    Letzte Chance, die Wracks im Zürichsee in voller Schönheit zu sehen

    Im Zürichsee wurde erstmals das Auftreten der invasiven Quaggamuschel nachgewiesen. Welche Folgen dies haben wird, weiss Wracktaucher Silvan Paganini nur zu gut: Am Bodensee führte die rasante Ausbreitung der Quaggamuschel dazu, dass innerhalb von wenigen Jahren sämtliche Wracks in geringerer Tiefe vollständig überwachsen wurden. Feinste Details verschwanden unter dicken Muschelschichten – und selbst in Tiefen von über 200 Metern breiteten sich die Muscheln explosionsartig aus und begannen, die historischen Relikte vollständig zu bedecken.

    Für den Zürichsee bedeutet dies: Es bleibt nur noch eine kurze Zeitspanne, um die Wracks in ihrem ursprünglichen Zustand zu bestaunen und zu dokumentieren.

    In den vergangenen Wochen absolvierte Silvan Paganini mithilfe modernster Sonarsysteme und Tauchrobotik 55 Tauchgänge im Zürichsee – bis hinunter auf 132 Meter Tiefe. Dabei untersuchte er 44 Wracks und ist überzeugt:

    „Es gibt noch viele weitere, die darauf warten, gefunden zu werden.“

    Unter den Wracks befanden sich 26 Lastschiffe – jedes mit seiner eigenen Geschichte und Einzigartigkeit: vom Lastschiff, das rund 35 Kilogramm Silber in Form von Schlacke transportierte, über Lastschiffe mit ersten Petroleummotoren aus den 1890er-Jahren, bis hin zu Wracks mit tragischen, historisch bekannten Hintergründen. Das Besondere: Noch sind die Wracks nicht von Quaggamuscheln überzogen.

    Paganini beschreibt seine Eindrücke emotional:

    „Ich hatte ein lachendes und ein weinendes Auge – lachend, weil die Wracks noch so gut erhalten sind und man jedes Detail erkennt. Weinend, weil ich weiss, dass dies in wenigen Jahren vorbei sein wird.“

    Um diese historischen Zeugnisse für die Zukunft zu bewahren, wurden die Wracks erneut umfassend erfasst – in hochauflösenden 4K-Aufnahmen, mit präzisen Sonardaten sowie einem Unterwasser-Positionsreferenzsystem, das die Modellierung als 3D-Objekte ermöglicht.

    Auch nach Überresten von Flugzeugabstürzen wurde gesucht. Zwar konnten mehrere auffällige Funde gemacht werden, jedoch liessen sich diese nicht eindeutig einem Flugzeug zuordnen. Paganini erklärt:

    „Es scheint, als seien bei früheren Bergungen im Zürichsee Flugzeugteile sehr gründlich entfernt und der Bereich regelrecht ‚saubergeputzt‘ worden. Das ist im Bodensee anders – dort findet man selbst nach Bergungen noch zahlreiche Bauteile oder sogar fast vollständige Flugzeugreste.“

    Der Zürichsee birgt noch immer faszinierende Geheimnisse. Doch das Zeitfenster, sie unversehrt zu erleben, schliesst sich schnell.


  • Das letzte Lastsegelschiff vor Egnach

    Das letzte Lastsegelschiff vor Egnach

    Vor der kleinen Thurgauer Gemeinde Egnach ruht ein Stück Bodenseegeschichte auf dem Seegrund – das Wrack eines alten Lastsegelschiffs. Doch der historische Zeuge steht gleich vor mehreren Herausforderungen: Neben dem stetigen Befall durch die invasive Quaggamuschel setzen ihm auch unachtsame Ankerwürfe von Freizeitbooten zu.

    Das Wrack liegt in relativ geringer Tiefe und kann an klaren, sonnigen Tagen sogar ohne Lampe betaucht werden. Damit befindet es sich jedoch in einem beliebten Gebiet für Freizeitkapitäne, die dort gerne ihr Boot verankern und den Tag auf dem See genießen. Ein Umstand, der dem empfindlichen Relikt immer wieder zusetzt.

    Wie alle Wracks im Bodensee ist auch dieses nicht in den offiziellen Seekarten verzeichnet – ein deutlicher Unterschied zu Hochsee-Navigationskarten, auf denen Schiffswracks in der Regel dokumentiert und weithin bekannt sind.

    Genau genommen handelt es sich bei dem Fund nicht um eine klassische Lädine, denn dafür ist das Schiff zu klein. Fachleute sprechen von einem sogenannten „Segmer“. Der Begriff Lädine leitet sich vom Wort Ladung ab – und weil wir Schweizer es mit sprachlicher Genauigkeit nicht immer allzu ernst nehmen, werden auch kleinere Lastsegler im Volksmund gerne als Lädine bezeichnet. Wer auf Nummer sicher gehen will, nennt das Wrack schlicht das letzte Lastsegelschiff von Egnach.


Neue Mitglieder

Der Eintritt in den Verein kann jederzeit erfolgen (gemäss Statuten). Aufnahmegesuche sind an den Vorstand zu richten (siehe Formular unten), über die Aufnahme entscheidet der Vorstand endgültig.

An der Mitgliederversammlung vom 12. Juni 2023 wurde der Mitgliederbeitrag auf CHF 50.- pro Jahr festgelegt.

Aufnahmegesuch:

Bankdaten des Vereinskonto:

Es ist immer noch eine Reise ins Ungewisse

Impressum – 2025 – Schiffsbergeverein

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