Alle guten Dinge sind drei: Ein neuer Anlauf zur Bergung des Dampfschiffs Säntis

Romanshorn, 08.06.2024 – Wie Albert Einstein sagte: „Wer noch nie einen Misserfolg hatte, hat noch nie etwas Neues versucht.“ Der Schiffsbergeverein wagt einen dritten Versuch, das Dampfschiff Säntis zu bergen. Damit beginnt man fast auf dem ersten Spielfeld, da die Bergeplattform zerstört wurde. Nur die vier Hebeleinen, die unter dem Wrack noch liegen, und eine Menge Erfahrung bleiben.

Trotz zahlreicher Hindernisse wie einem Spendekrimi im letzten Jahr, bei dem während einer viermonatigen Crowdfunding-Kampagne die Finanzierungsschwelle erst wenige Stunden vor Ablauf der Aktion erreicht wurde, widrigem Wetter, starken Unterwasserströmungen, Personalengpässen, bürokratischen Genehmigungen und technischen Herausforderungen hat das Team des Schiffsbergevereins das Projekt „Hebung des Dampfschiffs Säntis“ mit grosser Entschlossenheit vorangetrieben. Am Sonntag, den 26. Mai 2024, kam es jedoch zu einem Vorfall, der die Bergung scheitern liess, als die Bergeplattform zerstört wurde.

Der Schiffsbergeverein hat aufgrund der überwältigenden Resonanz aus der Bevölkerung aller drei Anrainerstaaten beschlossen, einen neuen Anlauf zu wagen. Dabei werden die beiden wichtigsten Lektionen aus den bisherigen Versuchen berücksichtigt:

  1. Ein derart komplexes Projekt kann nicht ausschliesslich mit Freiwilligen durchgeführt werden. Professionelle Unterstützung ist unerlässlich.
  2. Es müssen ausreichend finanzielle Ressourcen vorhanden sein, um das richtige Material zu beschaffen und den reibungslosen Ablauf der Bergung zu gewährleisten. Beim neuen Anlauf würden Litzenheber eingesetzt.

Der Verein ist zuversichtlich, dass wir mit diesen Anpassungen und der anhaltenden Unterstützung der Öffentlichkeit das Dampfschiff Säntis erfolgreich bergen können. Als erstes beginnt nun das Crowdfunding erneut mit der Raiffeisenbank auf www.lokalhelden.ch/bergung-saentis . Auch die Bank hat zugesichert, dass die normale maximale Spendensammelzeit von drei Monaten bis zum 31. Januar 2025 verlängert werden kann. Wir sind gespannt, ob wir es schaffen werden.

Die Details für unser Vereinskonto sind wie folgt:

Animation der Bergung (2024)

Der Zeitplan

Alle Angaben sind unverbindlich, da der Zeitplan aufgrund technischer, wetterbedingter oder personeller Einschränkungen variieren kann.

JetztEntfernen des Bergematerial aus dem See
bis 31.01.2025Crowdfunding für dritter Bergeversuch mit Litzenheber
 


Tauchroboterfamilie:

Unsere Tauchroboterfamilie: Josef, Rudolf und Rupflin wird laufend für unsere Bedürfnisse umgebaut, verbessert und neu programmiert. Sie sind unsere Augen und Hände in den Tiefen des Bodensees; ohne sie wäre das Projekt undenkbar.

Hier die technischen Details:

ROV Josef:

  • Komplett analog gesteuert
  • Oberflächenstromversorgung 230V AC
  • Vier Propeller

ROV Rudolf:

  • Drei Kameras
  • Greifer
  • Acht Lampen mit 12.000 Lumen
  • Acht Propeller
  • Sonar
  • Oberflächenstromversorgung 400V DC

ROV Rupflin:

  • Ursprünglich eine Hängekamera mit Licht und Kamera sowie zwei Propellern
  • Später Erweiterung um Sonar und Greifer
  • Umgebaut, um die 300 kg schwere Spülmaschine zu bewegen, mit zwei zusätzlichen grossen Propellern ausgestattet
  • Die 5 Meter hohe Spülmaschine konnte über 13 Meter unter dem Wrack eine Lanze mit bis zu 170 bar Druck durchspülen und extrem viel Wasservolumen bewegen
  • Danach umgebaut, um die 25 Tonnen schwere Bergeplattform zu bedienen, mit sechs Servomotoren und einer Oberflächenstromversorgung ausgestattet
  • Da er nun mit der Bergeplattform auf 250 m liegt, wird ein Rupflin II gebaut
  • Rupflin II wird neben den üblichen Kameras, Licht und Greifer auch ein Side-Scan-Sonar und ein Multibeam-Sonar haben und als erstes ROV unserer Flotte mit einem Unterwasser-Tracking (USBL) ausgerüstet sein (GPS funktioniert unter Wasser nicht).

Unser Tauchteam:

Geburtsstunde des Tauchteam Dampfschiff Säntis:

Firmen die unser Projekt begleiten und unterstützen:

Ziel

Der Verein bezweckt die Schiffsbergung von Schiffen. Dazu gehört die Förderung bewährter Praktiken in der Schiffsbergungsindustrie, die Unterstützung bei der Lösung von technischen und rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Schiffsbergung, sowie die Bereitstellung von Ressourcen und Schulungen für ihre Mitglieder. Aktuell ist die Bergung des Dampfschiff Säntis das erste Ziel.

Leinen ziehen

Die Leinen wurden unter dem Wrack gezogen.

Bergung

Dritter Versuch mit Litzenheber

Konservierung in der Werft

Das Schiff wird nach der Bergung über 14 Wochen in der Werft in Romanshorn konserviert.

Über uns

Das Kernteam der Machbarkeitsstudie bestand aus einer Gruppe Enthusiasten, die unentgeltlich ihr Wissen, ihre Arbeitskraft, ihr Knowhow, ihre Werkzeuge und Fahrzeuge zur Verfügung stellten, um das Dampfschiff Säntis zu bergen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Kosten für Material belaufen sich bis zum Abschluss der Machbarkeitsstudie bei CHF 25‘000.-, wobei der Verwaltungsrat der SBS AG eine Spende von CHF 10‘000.- gesprochen hat. Der Schiffsbergeverein, Romanshorn wurde am 20. April 2023 gegründet. Am 21. April 2023 kaufte sich der Verein das Wrack des Schiffes DS Säntis mit sämtlichen Rechten und Pflichten für einen symbolischen Franken von der SBS AG. Silvan Paganini ist der Präsident des Vereins. Der Verein ist offen für gleichgesinnte Mitglieder, welche mithelfen, die vom Verein gesteckten Ziele zu erreichen.

Dampfschiff Säntis

Indienststellung: 1892 Heimathafen: Romanshorn, Schweiz Eigner: Schweizerische Nordostbahn (NOB) ab 1902 Schweizerische Bundesbahnen (SBB) ab 1997 Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG ab 2023 Schiffsbergeverein Erbauer: Escher Wyss & Cie, Zürich Länge: 49 m Breite über Alles: 10,90 m Breite zwischen den Spanten: 5.60m Seitenhöhe : 2.5m Verdrängung leer: 206,7 t Verdrängung beladen: 241.7t Tiefgang (leer): 1,36 m Maschinenleistung: 450 PS Geschwindigkeit: 26,0 km/h Tragkraft: 400 Personen Ausserdienststellung: 02.05.1933 (versenkt) Maschinenart: Schrägliegende 3-Zyl.-Nassdampf-Expansionsmaschine (Escher Wyss) Ab 1905 mit Heissdampf Antrieb: Schaufelräder mit 8 Eisenschaufeln Höchstgeschwindigkeit: 26 km/h

“Dieses Projekt ist wie der Mount Everest, man kann ihn anschauen, planen, trainieren aber schlussendlich muss man in besteigen um zu wissen ob man es schafft.”

Silvan Paganini, Präsident Schiffsbergeverein

Neues

  • Tauchroboterfamilie

    Tauchroboterfamilie

    Unsere Tauchroboterfamilie, bestehend aus Josef, Rudolf und Rupflin, wird laufend für unsere Bedürfnisse umgebaut, verbessert und neu programmiert. Sie sind unsere Augen und Hände in den Tiefen des Bodensees; ohne sie wäre das Projekt undenkbar. Hier die technischen Details:

    ROV Josef:

    • Komplett analog gesteuert
    • Oberflächenstromversorgung 230V AC
    • Vier Propeller

    ROV Rudolf:

    • Drei Kameras
    • Greifer
    • Acht Lampen mit 12.000 Lumen
    • Acht Propeller
    • Sonar
    • Oberflächenstromversorgung 400V DC

    ROV Rupflin:

    • Ursprünglich eine Hängekamera mit Licht und Kamera sowie zwei Propellern
    • Später Erweiterung um Sonar und Greifer
    • Umgebaut, um die 300 kg schwere Spülmaschine zu bewegen, mit zwei zusätzlichen großen Propellern ausgestattet
    • Die 5 Meter hohe Spülmaschine konnte über 13 Meter unter dem Wrack eine Lanze mit bis zu 170 bar Druck durchspülen und extrem viel Wasservolumen bewegen
    • Danach umgebaut, um die 25 Tonnen schwere Bergeplattform zu bedienen, mit sechs Servomotoren und einer Oberflächenstromversorgung ausgestattet
    • Da er nun mit der Bergeplattform auf 250 m liegt, wird ein Rupflin II gebaut
    • Rupflin II wird neben den üblichen Kameras, Licht und Greifer auch ein Side-Scan-Sonar und ein Multibeam-Sonar haben und als erstes ROV unserer Flotte mit einem Unterwasser-Tracking (USBL) ausgerüstet sein (GPS funktioniert unter Wasser nicht)

    Ultra Short Baseline (USBL):
    USBL ist ein Unterwassernavigationssystem, das auf der Laufzeit von Schallwellen zwischen dem Objekt und mehreren Bezugspunkten basiert. USBL-Systeme werden benutzt, um die Position von Objekten oder Geräten unter Wasser zu bestimmen.

    Unser USBL-System besteht aus drei Hydrophonen, die an Bojen an der Oberfläche installiert sind, wobei jede Boje auch mit einer GPS-Antenne ausgerüstet ist. Der Rupflin II unter Wasser verfügt über einen Sender (Beacon), der ein akustisches Signal aussendet. Dieses Signal wird von den Hydrophonen aufgenommen und an Bord des Schiffs ausgewertet.

    Die Entfernung zum Objekt ergibt sich aus den absoluten Laufzeiten, basierend auf der bekannten Schallgeschwindigkeit. Die Zeitunterschiede, mit denen das Signal die einzelnen Hydrophone erreicht, erlauben die Bestimmung der Einfallsrichtung der Schallwellen in Bezug auf die drei Hydrophone. Änderungen dieser Richtung beruhen nicht nur auf den tatsächlichen Bewegungen des Objekts, sondern auch auf Stampfen und Rollen der Bojen, welches deshalb mit Inertialsensoren ausgestattet ist.

    Die relative Position bezogen auf die Hydrophone kann in eine absolute Position (relativ zum Grund) umgerechnet werden, wenn der Ort und die Orientierung der Hydrophone bekannt sind, bei uns durch Satellitennavigation.

    Durch thermohaline Schichtung und entsprechende Variation der Schallgeschwindigkeit weicht die Einfallsrichtung der Wellenfronten von der Richtung zum Objekt ab, insbesondere beim Durchgang von internen Wellen. Bei einem großen, exakt vermessenen Array von Hydrophonen am Grund spricht man von einem Long-Baseline-System (LBL); dieses wird jedoch in unserem Projekt nicht eingesetzt.

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  • Alle guten Dinge sind drei: Ein neuer Anlauf zur Bergung des Dampfschiffs Säntis

    Alle guten Dinge sind drei: Ein neuer Anlauf zur Bergung des Dampfschiffs Säntis


    Romanshorn, 08.06.2024 – Wie Albert Einstein sagte: „Wer noch nie einen Misserfolg hatte, hat noch nie etwas Neues versucht.“ Der Schiffsbergeverein wagt einen dritten Versuch, das Dampfschiff Säntis zu bergen. Damit beginnt man fast auf dem ersten Spielfeld, da die Bergeplattform zerstört wurde. Nur die vier Hebeleinen, die unter dem Wrack noch liegen, und eine Menge Erfahrung bleiben.

    Trotz zahlreicher Hindernisse wie einem Spendekrimi im letzten Jahr, bei dem während einer viermonatigen Crowdfunding-Kampagne die Finanzierungsschwelle erst wenige Stunden vor Ablauf der Aktion erreicht wurde, widrigem Wetter, starken Unterwasserströmungen, Personalengpässen, bürokratischen Genehmigungen und technischen Herausforderungen hat das Team des Schiffsbergevereins das Projekt „Hebung des Dampfschiffs Säntis“ mit grosser Entschlossenheit vorangetrieben. Am Sonntag, den 26. Mai 2024, kam es jedoch zu einem Vorfall, der die Bergung scheitern liess, als die Bergeplattform zerstört wurde.

    Der Schiffsbergeverein hat aufgrund der überwältigenden Resonanz aus der Bevölkerung aller drei Anrainerstaaten beschlossen, einen neuen Anlauf zu wagen. Dabei werden die beiden wichtigsten Lektionen aus den bisherigen Versuchen berücksichtigt:

    1. Ein derart komplexes Projekt kann nicht ausschliesslich mit Freiwilligen durchgeführt werden. Professionelle Unterstützung ist unerlässlich.
    2. Es müssen ausreichend finanzielle Ressourcen vorhanden sein, um das richtige Material zu beschaffen und den reibungslosen Ablauf der Bergung zu gewährleisten. Beim neuen Anlauf würden Litzenheber eingesetzt.

    Der Verein ist zuversichtlich, dass wir mit diesen Anpassungen und der anhaltenden Unterstützung der Öffentlichkeit das Dampfschiff Säntis erfolgreich bergen können. Als erstes beginnt nun das Crowdfunding erneut mit der Raiffeisenbank auf www.lokalhelden.ch/bergung-saentis . Auch die Bank hat zugesichert, dass die normale maximale Spendensammelzeit von drei Monaten bis zum 31. Januar 2025 verlängert werden kann. Wir sind gespannt, ob wir es schaffen werden.

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  • Ende der Bergungsbemühungen des Dampfschiff Säntis

    Ende der Bergungsbemühungen des Dampfschiff Säntis

    Romanshorn, 27. Mai 2024 – Die Bergung des Dampfschiffs Säntis wurde nach intensiven Bemühungen des Schiffsbergevereins eingestellt. Das Schiff, das einst stolz über den Bodensee dampfte, war in den letzten Monaten zum Mittelpunkt einer aufwendigen Bergungsaktion geworden. Doch trotz aller Anstrengungen und Hoffnungen konnte das Wrack letztendlich nicht geborgen werden.

    Das Dampfschiff Säntis, einst ein Symbol für Eleganz und technologischen Fortschritt auf dem Bodensee, hatte eine lange Geschichte hinter sich. Sein Schicksal nahm eine tragische Wendung, als es nach dem Ende seiner Dienstzeit versenkt wurde. Der Schiffsbergeverein in Romanshorn hatte sich zum Ziel gesetzt, das Schiff mit dem seltenen Dreizylindermotor zu heben. Trotz des Einsatzes moderner Technologie und der unermüdlichen Arbeit des Vereins blieb das Wrack jedoch auf dem Seegrund zurück. Die Kosten und Risiken für die beteiligten Personen stiegen, während die Chancen auf Erfolg sanken. Nach mehreren technischen Rückschlägen beschlossen die Verantwortlichen schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung, die Bergung einzustellen.

    Trauer und Enttäuschung: Die Reaktionen auf das Bergungsende

    Die Nachricht löste bei allen direkten Beteiligten eine Mischung aus Trauer und Enttäuschung aus. Auch Gönner und Fans, die für die Protagonisten des Vereins immer ein starker Rückhalt waren, werden diesen Entscheid ebenfalls bedauern. Am Schluss ist die rationale Entscheidung nachvollziehbar. Der Verein hat stets betont, nur so lange weitermachen zu wollen, wie die Risiken und Kosten kalkulierbar und im Verhältnis zur Konservierung dieses grossartigen Schiffes vertretbar blieben. Der Einsatz der Hebesäcke wurde stets als kostengünstigste, aber riskante Methode betrachtet. Für den Einsatz der sicheren Litzenheber hatte der Verein während des Crowdfundings im letzten Jahr jedoch nicht genügend Spenden sammeln können. Jetzt geht es darum, das Bergematerial wieder aus dem See zu entfernen.

    Das Vermächtnis des Dampfschiffs Säntis

    Die Bergung des Dampfschiffs Säntis mag zwar gescheitert sein, aber ihr Vermächtnis wird nicht vergessen werden. Es wird weiterhin als Mahnmal dienen, das an die Gefahren und Herausforderungen erinnert, mit denen die Seefahrt konfrontiert war, und an die Tapferkeit und Opferbereitschaft derjenigen, die ihre Lebenszeit ihr gewidmet haben. In den kommenden Jahren werden möglicherweise weitere Bemühungen unternommen, das Wrack zu bergen und seine Geheimnisse zu enthüllen. Doch selbst wenn dies nie geschieht, wird das Dampfschiff Säntis in Erinnerung bleiben als ein Symbol für die Unberechenbarkeit des Bodensees und für die Endlichkeit des menschlichen Strebens.

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  • Begründung für den Bau DS Säntis

    Begründung für den Bau DS Säntis

    Warum wurde das Dampfschiff «Säntis» überhaupt gebaut? Diese Frage beantwortet der Maschineningenieur der NOB Herr Keller von Romanshorn, der 1890 folgenden Antrag an die Direktion der Nordostbahn stellte. Das Originaldokument von Keller wurde im Rahmen dieser Recherchen gefunden und zeigt schon damals einen zukunftsweisenden Gedankengang der Bodenseeschifffahrt:

    Nachdem Dampfboot «Bodan» in kürze dem Betrieb wird wieder übergeben werden können, geht es nun darum, sich darüber schlüssig zu werden, was mit den beiden kleinen Dampfbooten, «St. Gallen» und «Schaffhausen» geschehen soll.

    1.) Dampfboot, St. Gallen wurde im Jahre 1853 erbaut und zeichnet sich speziell durch kleinen Kohlenverbrauch aus. Der Zustand ist im Allgemeinen ein ordentlicher, indem anlässlich der Hauptreparatur des Kessels im Jahre 1885

    das ganze Schiff auf der Werft renoviert wurde. Maschine und Kessel stammen aus dem Jahre 1873. Um das Schiff den derzeitigen Anforderungen an die Bodenseeschifffahrt bezüglich Betriebssicherheit und Bequemlichkeit

    des Publikums anzupassen, musste dasselbe dem Dampfboot «Bodan» entsprechend umgebaut werden, d. h. es müssen die elektrische Beleuchtung erstellt, die Steuermaschine, ein Steuerhaus vor den Kessel verlegt, ein Überdach und eine Glaswand zwischen den Radkasten errichtet und zwei Luftabgänge beschafft werden, sowie auch die alten Radkästen Treppenhäuser, Aussenrahmen, Geländer etc. diesen Neuerungen entsprechend abzuändern sind. Eine solche Umbaute dürfte sich inklusive 20% General Kosten auf mindestens Franken 26’000.- belaufen (heute CHF 295’000.-).

    2.) Dampfboot, Schaffhausen ist das älteste Schiff der Nordostbahn. Es wurde 1851 erbaut und hat bisher über 500’000 Kilometer zurückgelegt. Die Maschine ist 28 Jahre alt, im Jahre 1862 aufgestellt. Der Kessel wurde 1872 neu beschafft und 1881 in Zürich einer Hauptreparatur unterworfen, er ist mithin 18 Jahre alt und wird in Folge seines Zustandes von den Kesselinspektoren in verschiedener Hinsicht beanstandet. Das Schiff selbst wurde im Jahre 1881/82 zum letzten Mal in der Werft repariert und muss spätestens im nächsten Frühjahr in allen Teilen einer eingehenden Hauptreparatur unterworfen werden, sofern darauf tendiert wird, das Schiff noch weiter beizubehalten.

    Hierbei sind Kessel und Maschine ganz neu zu beschaffen, wofür Escher Wyss in Zürich auf eine bezügliche Anfrage hin einen Kostenvoranschlag von SFr. 40’000.- (heute CHF 450’000.-) einreicht. Ausserdem ist das ganze Vordeck zu erneuern, die eiserne Schale zu revidieren die Radkästen höher zu legen, die Geländer auszubessern, das ganze Schiff inwendig und auswendig anzustreichen, die Polsterung der Kajüten zu ersetzen und die viereckigen Kabinenfenster müssen gegen Fenster mit wasserdichten Verschlüssen auszutauschen, welche Arbeiten sich auf SFr. 20’000.- (heute CHF 227’000.-) belaufen dürften. Soll das Schiff bei dieser Gelegenheit auch die auf den anderen Schiffen eingeführten Neuerungen erhalten wie elektrische Beleuchtung, Verlegung der Steuermaschine in ein Steuerhaus noch wäre, Errichten eines Daches und einer Glaswand etc., so sind damit weitere Kosten im Betrage von SFr. 18’000.- (heute CHF 204’000.-) verbunden, so dass die ganze Hauptreparatur auf SFr. 78’000.- (heute CHF 885’000.-) exklusive Generalkosten, der auf SFr. 93’600 (heute CHF 1’062’000.-) inklusive 20 % Generalkosten zu stehen können.

    Dampfboot Schaffhausen hat gegenwärtig eine vierzylindrige Dampfmaschine, welche sich bezüglich des Kohlenverbrauches sehr ungünstig verhält. Die Zylinder sind schlecht und nicht mehr betriebssicher. Es würde ein Schiff erstellt, das auf Grund seiner kleinen Dimensionen und der unschönen Form der alten eisernen Schiffsschale niemanden befriedigen würde. Es liegt deshalb die Frage nahe, ob es nicht vorteilhafter sei, auf eine so kostengünstige Umbaute von Dampfboot Schaffhausen zu verzichten und lieber eines neues Schiff zu beschaffen, das den Anforderungen der Zeit in allen Beziehungen entspricht. In Verfolgung dieser Frage haben Verhandlungen mit Escher Wyss v. Cie ergeben, dass diese Firma für ein mittelgrosses Halbsalonschiff inklusive elektrische Beleuchtung einen Preis von ca. SFr. 210’000.- (heute CHF 2’383’000.-) fordern würden, allerdings erst lieferbar in 12 bis 13 Monaten nach Erhalt der Bestellung.

    Das produzierte Schiff würde sich durch einen sehr kleinen Kohlenverbrauch äusserst günstig auszeichnen und dabei wegen des kleinen Tiefganges sich für Sommer- und Winterdienst gleich gut eignen.

    Bezüglich der Notwendigkeit eines neuen Schiffsbaus verweise ich auf meinen Bericht vom 12. Dezember 1889 mit dem Bemerkung, dass seither den österreich. Schiffsbestand gleichgeblieben ist. Bayern hat das Dampfschiff «Merkur» auf Abbruch verkauft und ein neues Halbsalonschiff, «Rupprecht» im Bau, wofür ein Kredit von 290’000 Mark eröffnet wurde.

    Württemberg stellt demnächst ein neues Salonboot in See und will sofort ein weiteres Schiff in Bestellung geben.

    Baden hat an seinem Schiffsbestand nichts geändert. Da nun Escher Wyss eine Bauzeit von 12 bis 13 Monaten für ein neues Schiff beanspruchen, wird es nötig sein, ohne Verzug die nächsten Schritte für Beschaffung eines neuen Schiffes einzuleiten, wenn man auf die Umbaute vom Dampfboot «Schaffhausen» im nächsten Frühjahr verzichten will.

    Es wird deshalb der Direktion folgendes zu möglich gehender Beschlussfassung vorgelegt:

    1) Dampfboot Schaffhausen wird nicht mehr umgebaut, sondern notdürftig unterhalten, bis ein neues Schiff erstellt ist und dann abgebrochen.

    2.) Dampfboot St. Gallen wird in dem jetzigen Zustand belassen und als Reserveschiff speziell zum Schleppdienst verwendet, sobald es durch das neue Schiff im Personendienst ersetzt werden kann.

    3.) Statt der für die obigen beiden Schiffe in Aussicht genommenen Umbaukosten von SFr. 119’600.- (heute CHF 1’436’000.-) wird ein Kredit von ca. SFr. 210’000.- (heute CHF 2’383’000.-) zur Beschaffung eines neuen mittelgroßen Halbsalonschiffes «Säntis» eröffnet, das möglichst rasch in Bestellung gegeben werden soll.

    Der Name «Säntis» wird vorgeschlagen, weil dieser schöne Berg den ganzen Bodensee beherrscht.

    Zum Schluss wird erwähnt, dass ein detailliertes Bauprogramm für dieses Schiff in Arbeit steht, weshalb es sehr erwünscht wäre, eine baldige prinzipielle Entscheidung zu erhalten, um das Bauprogramm entsprechend gestalten zu können.

    Es wird vorausgesetzt, dass aufgrund dieses Bauprogrammes ein bindendes Angebot bei Escher

    Wyss Cie in Zürich und eventuell auch bei Gebrüder Sulzer in Winterthur eingeholt würde.

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  • Alternierende Hebung keine Alternative

    Alternierende Hebung keine Alternative

    Einige TV-Experten haben vorgeschlagen, das Wrack alternierend zu heben. Hier ist die Begründung, warum wir diese Methode bereits in der Machbarkeitsstudie 2022 ausgeschlossen haben.

    Um eine kontrollierte Bergung zu ermöglichen, wurde eine alternierende Bergung mit geschlossenen Hebesäcken geprüft. Dabei werden die Hebesäcke jeweils in geringer Tiefe (rund 20m) an einem Stahlseil befestigt, welches bis zum Wrack reicht. Sobald das Schiff um die 20m angehoben wird und die Hebesäcke an der Wasserline stoppen, wird ein zweites Set an Hebesäcken wieder auf 20m mittels Klemmbretter befestigt. Dies ist eine gängige Hebemethode bei kleinen Lasten.

    Das alternierende Heben mit geschlossenen Hebesäcken bringt erhebliche Gefahren mit für eingesetzte Taucher. Das Bewegen der 140 kg schweren, geschlossenen Hebesäcken und das Anbringen der freischwebenden Klemmbretter, ist für jeden Taucher eine Herausforderung und anstrengend. Die Klemmplatten müssen 88mal befestigt werden. Dabei ist jede einzelne Mutter mit einem Drehmomentschlüssel anzuziehen. Der personelle Aufwand der Taucher für dieses Vorgehen wäre immens: Wenn jedes Tauchteam (bestehend aus zwei Tauchern) zwei Tauchgänge pro Tag absolvieren und bei jedem Tauchgang eine Klemmplatte befestigen und die Bergung innerhalb einer Woche erledigt werden sollte, werden insgesamt 18 erfahrene Taucher benötigt. Auch wenn nur einer der 16 Hebesäcke Probleme macht, kann das ganze System instabil werden und den Taucher in die Tiefe oder nach oben reissen.

    Da eine potenzielle Gefährdung von Menschenleben keine Option ist, wird auf diese Methode mit Alternierendem Heben mit geschlossenen Hebesäcken verzichtet.

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Neue Mitglieder

Der Eintritt in den Verein kann jederzeit erfolgen (gemäss Statuten). Aufnahmegesuche sind an den Vorstand zu richten (siehe Formular unten), über die Aufnahme entscheidet der Vorstand endgültig.

An der Mitgliederversammlung vom 12. Juni 2023 wurde der Mitgliederbeitrag auf CHF 50.- pro Jahr festgelegt.

Aufnahmegesuch:

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Impressum – 2024 – Schiffsbergeverein

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