Quagga-Muscheln, Konservierungsarbeiten und die Finanzierungsschwelle

Bei den Konservierungsarbeiten am Kamin des Dampfschiffs Säntis, das am 06.07.2023 aus einer Tiefe von 210 Metern geborgen wurde, wurden Quagga-Muscheln entdeckt. Diese invasive Art (sogenannte Neozoen) wurde erstmals im Jahr 2016 im Bodensee nachgewiesen und breitet sich massiv aus.

Dies stellt ein Problem für alle Wracks im See dar. Das bekannte Wrack des Dampfschiffs Jura, das nur in 40 Meter Tiefe vor Bottighofen liegt, ist von Quagga-Muscheln bedeckt wie ein grosser Berg.

Die Konservierung des Kamins schreitet voran. Nach der Bergung wurde das innere Rauchrohr vom Kaminmantel getrennt. Anschliessend wurden die Ablagerungen entfernt und als Bauschutt entsorgt. Es war interessant zu sehen, dass die Ablagerungen verschiedene Schichten aufwiesen, ähnlich einem Baumstamm.

Danach wurde der gesamte Kamin mit heissem Dampf und einem Druck von 200 bar gereinigt. Das gesamte Abwasser wurde durch einen Ölsammler und eine Spaltanlage gereinigt und zur Kläranlage geleitet. Dadurch erfüllen wir die höchsten Umweltstandards.

Leider weist das dünne Blech bereits Lochfrass auf. Der Kamin befand sich bereits in einem schlechten Zustand, als er 1933 versenkt wurde. Der Schiffsbauer hat damals versucht, das Materialgewicht hoch im Schiff aus Stabilitätsgründen zu minimieren, wie aus dem Baubeschrieb von 1891 hervorgeht.

Aufgrund des Zustands des Kamins wird auf Sandstrahlen verzichtet. Stattdessen wird mit zwei Schichten Rostumwandler gearbeitet, gefolgt von einem normalen Farbaufbau.

Eine Überraschung wurde jedoch noch entdeckt: Auf dem Kamin sind die Umrisse des Schweizer Wappens noch klar zu erkennen.

Des Weiteren sind wir nahe daran, die Finanzierungsschwelle zu erreichen. Wir liegen bereits bei über 70%, aber die Zeit läuft…

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